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Vorwort des Klassenvorstandes
Eine schöne Zeit?
Ich habe diese Klasse nach Beginn
dieses Schuljahres als Klassenvorstand von Frau Kirschner übernommen, die
die Klasse die ersten vier Jahre betreut hat und sie sicher gerne bis zur
Matura begleitet hätte. Leider musste sie wegen einer schweren Erkrankung
dieses Jahr pausieren. Ich möchte mich an dieser Stelle bei ihr für die gute
Zusammenarbeit bedanken und auch im Namen der Klasse zum Ausdruck bringen,
dass wir alle uns schon darauf freuen, sie im Herbst wieder gesund in
unserer Mitte begrüßen zu dürfen.
Beim Nachdenken
über ein Vorwort tauchen für mich unwillkürlich Begriffe auf wie
Rückbesinnung, Bilanz ziehen über etwas, was endgültig vorbei ist, Dinge,
die ich im Allgemeinen eher ungern mache, die aber von Zeit zu Zeit durchaus
notwendig sind, um aus Fehlern zu lernen und wieder zuversichtlich nach
vorne blicken zu können.
Wenn ich meinen
Stundenplan der letzten Jahre kurz überschlage, dann ergeben sich etwa 1000
Stunden, die wir in den letzten drei Jahren miteinander verbracht haben.
Diese hohe Zahl macht klar, dass die gemeinsam verbrachten Stunden einen
wesentlichen Anteil unseres Lebens in Anspruch genommen haben und es sich
lohnt, rückblickend darüber nachzudenken. 1000 Stunden, die überwiegend
ausgefüllt waren mit Lernen, der Vermittlung und Erarbeitung von Bildung und
Wissen und damit verbunden auch mit den Härten der Leistungsbeurteilung.
Nicht vergessen sollten wir aber auch viele Diskussionen über alle möglichen
Themen, von euch bevorzugt angestrebt und von mir auch mitunter gerne
aufgegriffen, weil Bildung doch wohl weit mehr umfassen sollte als die im
Lehrplan aufgeführten Fachbereiche.
Gott sei Dank wurden die allzu
trockenen Stunden von euch häufig unterbrochen durch mehr oder auch weniger
passende, lustige Beiträge aller Art und aller Beteiligten. Beiträge,
eingebracht mit der erfrischenden Spontanität und Freude junger Menschen,
die mich häufig sehr erheiterten und die ich nicht missen möchte, auch wenn
mir daraufhin jeweils die undankbare Rolle zufiel, wiederum auf die Rückkehr
zum trockenen Lehrstoff zu drängen. Neben dem Schulalltag erinnere ich mich
auch noch gut an mehrere Exkursionen und eine gemeinsame Sportwoche, die
dank eurer konstruktiven Mitarbeit problemlos durchzuführen waren, sowie an
eine Reihe von außerschulischen Feiern, an die ich sehr gerne zurückdenke.
Alle diese Veranstaltungen haben insbesonders dazu beigetragen, einander
besser kennen und verstehen zu lernen. Gerade dieses „besser kennen" macht
es möglich, manche Eigenheiten des Anderen, insbesonders auch meine, zu
akzeptieren, es bietet etwas Raum, Schwächen zuzugeben ohne Bloßstellung zu
riskieren und kann dazu beitragen, den Schulalltag menschlicher zu
gestalten, was mir ein großes Anliegen ist. Denn dass in einer
leistungsorientierten Gesellschaft und dem zugehörigen Schulsystem ein
großer Druck auf jedem Einzelnen liegt und Konflikte daher unvermeidbar
sind, ist jedem Beteiligten klar und hinreichend bekannt. Ich kann nur
hoffen, dass es euch so geht wie mir, dass die positiven Eindrücke,
Erfahrungen und Erinnerungen gegenüber den negativen weitaus im Vordergrund
stehen und kein bitterer Nachgeschmack zurückbleibt. Die in der Überschrift
gestellte Frage kann ich also für mich durchaus mit „Ja" beantworten. Sollte
sich jemand von euch durch eine ungerechte Beurteilung, eine Äußerung
meinerseits oder eine Handlung von mir noch immer verletzt fühlen, so möchte
ich mich im Nachhinein gerne dafür entschuldigen.
Wenn ich meine Eindrücke der letzten drei Jahres mit der Matura als
Abschluss zusammenfassend betrachte, so kann man die großen und
entscheidenden Entwicklungsschritte jedes Einzelnen klar erkennen. Mit einer
gewissen Freude und auch mit ein klein wenig Stolz, daran ein bisschen
mitgewirkt zu haben, sehe ich, mit welchem Einsatz doch von einem Großteil
die Herausforderung der Matura angenommen wurde und dass auch entsprechende
Leistungen erbracht wurden. Ein wichtiges Ausbildungsziel wurde also in
jedem Fall erreicht:
Es gehen junge
Menschen ins Leben hinaus, die bereit sind, sich den Aufgaben der Zukunft
zu stellen und Verantwortung in unserer Gesellschaft zu übernehmen.
Für diejenigen
unter euch, die die Matura noch nicht vollständig abgeschlossen haben,
möchte ich auch noch eine Anmerkung machen: Ihr könnt sicher sein, jeder der
Prüfer möchte euch gerne mit einem positiven Abschluss unsere Schule
verlassen sehen und jeder von euch ist in der Lage, dieses Ziel zu
erreichen. Es liegt nur an euch, dieses Ziel konsequent in Angriff zu
nehmen.
Abschließend
wünsche ich allen einen glücklichen und erfolgreichen weiteren Lebensweg,
den ich gerne von Zeit zu Zeit durch eine Rückmeldung mitverfolgen würde.
Gerhard Lindemann
Klassenvorstand der 5BE Klasse
1999/2000
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